18. Elblandfestspiele

Ein Sommer an der Elbe - Welthits in Wittenberge

14. & 15. Juli 2017
20:00 Uhr

Kleiner Exkurs in unsere Festspielgeschichte


Aus einem Gespräch im Frühjahr 1998 zwischen dem Wittenberger Tenor Heiko Reissig und dem damaligen Kulturdezernenten der Stadt, Andreas Schön, über die Entwicklung Wittenberges formte sich die Idee künftiger Operettenfestspiele.
Auf mehrfachen Sitzungen des Kulturausschusses und der Stadtverordnetenversammlung wurden die konzeptionellen Ziele unterstützt. In der Industriestadt Wittenberge, der die Industrie abhanden gekommen schien, mutete eine kulturelle Zielsetzung der Stadtentwicklung ungewohnt an, fand jedoch lebhaftes Interesse und große Zustimmung der Abgeordneten. Schließlich fungierte die Stadt  selbst als Ideengeber der Festspiele: Hier hatte von 1880 - 1884 der später berühmte Berliner Operettenkomponist Paul Lincke seine musikalische Ausbildung an der «Stadtpfeifferei» erfahren.


Erstmals mit Fernsehübertragung

Somit lassen die Elblandfestspiele eine fast vergessene musikalische Station der Stadtgeschichte fulminant wieder aufleben: Die Stadtverordnetenversammlung beschloss folgerichtig die Durchführung der «1. Internationalen Operetten-Festspiele Wittenberge».
S. K. H. Dr. Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen mit seiner Gattin Sibylle Prinzessin von Preußen wurde zum Kuratoriumspräsidenten der Elblandfestspiele und Heiko Reissig zum Intendanten berufen.

Am 20. Juni 2000 wurde die Premiere der Operettenfestspiele ein überwältigender Erfolg. An der damals noch ruinösen «Alten Ölmühle» - inzwischen ein Festspielgeländer mit topmoderner Bühne, Vier-Sterne-Hotel und Erlebnisgastronomie - verfolgten die Zuschauer einen emotionsgeladenen, wunderbaren Abend. 

Im Jahr 2001 wurden bereits zwei Gala-Abende veranstaltet. Die Konzerte wurden erstmals vom Fernsehen des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg ORB aufgezeichnet und danach wiederholt im ORB, MDR, WDR und SWR ausgestrahlt.


Neuer Titel - starke Partner

Die Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, zu Beginn Dr. Manfred Stolpe, später Matthias Platzeck und nunmehr Dr. Dietmar Woidke, unterstützen den Festspielgedanken seit den ersten Tagen durch die Übernahmen der Schirmherrschaften sowie viele Besuche unserer Gala-Konzerte und Gespräche mit unserem Publikum.

Um ihre Unverwechselbarkeit und einen starken Bezug zum Naturraum des UNESCO-Biosphärenreservates Elbtalauen zu schaffen, werden die Festspiele seit dem Jahre 2002 unter dem Namen «Elblandfestspiele Wittenberge» durchgeführt. Im selben Jahr gründete sich die Gesellschaft Elblandfestspiele e. V. als Verein zur Weiterführung der Festspiele. Zum Präsidenten der Festspielgesellschaft wurde der Sänger, Entertainer, Komponist und Produzent Michael Hansen berufen.
Im Jahre 2007 nahm Gründungsintendant Heiko Reissig seinen Abschied und steht seitdem wieder verstärkt anderswo auf jenen Brettern, die für einen Künstler die Welt bedeuten... 

Mit dem rbb-Fernsehen und der «Schweriner Volkszeitung», vertreten durch den «Der Prignizer», sowie mit «antenne brandenburg» konnten langfristige Kooperationsverträge abgeschlossen werden, die nicht zuletzt von der hohen Wertschätzung für die Festspiele, ihrer Idee und ihren Anspruch sowie ihrer Bedeutung für die kulturinteressierten Fernsehzuschauer, Hörer und Leser sprechen. Seit dem dritten Festspieljahr sendet der Rundfunk Berlin Brandenburg rbb alljährlich die Gala-Abende mehrfach im eigenen sowie in den dritten Programmen der ARD.


Neuausrichtung mit dem Jahrtausendwechsel
Mit der erweiterten Ausrichtung des Programms auf historische Filmmusiken, erfolgreiche Musicals und die großen Hits aus der Rock- und Popgeschichte, des Jazz und des Swing - immer in Kombination mit Opernmelodien und Operettenklängen - gehen die Elblandfestspiele seit dem Jahrtausendwechsel einen neuen Weg und öffnen sich somit auch jüngeren Zielgruppen.

Ihrem eigenen Anspruch, eines der Festivals zu sein, die aus dem norddeutschen Kulturraum nicht mehr wegzudenken sind, werden die Elblandfestspiele immer umfassender gerecht: davon zeugen direkt vor Ort die Kooperationen mit dem «Prignitz-Sommer» und der «Lotte-Lehmann-Adademie» Perleberg, die landesweite Mitgliedschaft im Verein «Kulturfeste im Land Brandenburg», seit 2015 die Kooperation mit Theatergemeinden, der «Freien Volksbühne» und anderen Besucherorganisationen in allen nördlichen Bundesländern, sowie seit dem Sommer 2016 auch die länderübergreifende Zusammenarbeit mit dem Projekt «Kurs Elbe» der Metropolregion Hamburg.


Große Namen auf unserer Elblandbühne

Zu unseren Festspielen traten im Verlauf ihrer Geschichte unter anderem - und wir bedanken uns zugleich bei allen hier nicht genannten Künstlerinnen und Künstlern unserer Festspielgeschichte - so herausragende Solistinnen und Solisten wie Anna Maria Kaufmann - bekannt aus der Uraufführung des «Phantom der Oper», der Wagner-Tenor René Kollo mit seiner Tochter Nathalie, die Weltstars Eva Lind, Montserrat Marti, Erkan und Anna Aki, Volker Bengl, Marco Jentzsch, Sebastian Reinthaller, Elena Pankratova, Deborah Sasson, Stephan Spiwok und Johannes Kalpers, der weltberühmte Countertenor Jochen Kowalski und sein grandioser junger Fachkollege, Hagen Matzeit, die finnische Sopranistin Sarianna Salminen, aus den USA Bonita Glenn oder Sara Hershkowitz, die große Operndiva Celestina Casapietra mit ihrem Sohn, dem Cross-Over-Star Björn Casapietra, Renate Holm aus Wien - die den Festspielen über viele Jahre einen Förderpreis für junge Sänger auslobte, Asatur Balyan aus Armenien, die stimmgewaltige Sopranistin Katarzyna Dondalska aus Polen - die sogar einen Doktortitel der Musikwissenschaften trägt, die Berliner Sopranistin Ingrid Krauß - die unsere Festspiele seit 2015 auch durch Veröffentlichungen im «berlinScheckheft» unterstützt, der Tenor Thomas Kiessling, Lisa Tjalve aus Dänemark oder der russischstämmige Serge Novique aus den Niederlanden, Alec Otto und Barry Coleman aus Südafrika, Stephanie de Kowa - die eine traditionsreiche Künstlerfamilie klangvoll vertrat, Cecilia Lindwall und Karin Pagmar aus Schweden - die neue Stimme des Musicals «Zarah Leander», Piroska Pandy und Kinga Dobay aus Ungarn, Gründungsintendant Heiko Reissig, Reiner Süß und sein Sohn Dario, die Entertainerinnen und Entertainer Ireen Sheer, Ella Endlich, Stefanie Hertl, Anke Lautenbach oder Lars Redlich, die musikalischen wie privaten Traumpaare Alenka Genzel & Frank Matthias sowie Carolin Löffler & Manos Kia, ebenso Mirjan Shaki & Lukas Perman, das Ensemble «Appassionante» - drei junge italienische Sopranistinnen, Tina Tandler - die mit ihrem Saxophon aus einem Fenster hoch über dem Publikum die unvergessene Filmmusik zu «Doktor Schiwago» darbot, begleitet vom Latin-«Stimmwunder» Yma America, Angelika Weiz - in einem Wasserfall aus Feuerwerkskörpern am Speicher der Alten Ölmühle, Radoslaw Rydlewski oder Sirje A. Viise und Stefanie Schaefer, der Niederländer Geert Chatrou, der die «Königin der Nacht» an die nächtliche Elbe pfiff oder die «Comedian Harmonists Today» mit den großen Hits der «Goldenen Zwanziger Jahre», schließlich «Abba Fever» mit einem Block bekannter Songs des größten schwedischen Exportschlagers - sowie Bühnenlegenden wie der legendäre Mime Johannes Heesters, Ivan Rebroff, der «Lachende Vagabunden» Fred Bertelmann... und, und, und...
... stets liebevoll umgarnt und umtanzt vom Deutschen Fernsehballett, später dem Energy Dancers Showballett Berlin, und alljährlich begleitet von den Preisträgerinnen und Preisträgern der «Lotte-Lehmann-Akademie» Perleberg und der Kammeroper Schloß Rheinsberg oder sie gingen aus dem eigenen Gesangswettbewerb der Elblandfestspiele hervor, der mehrere Jahre lang in Wittenberge ausgerichtet wurde.

Sie alle kamen, sangen und spielten gemeinsam mit Moderatoren wie Dagmar Berghoff, Daniela Ziegler, über viele Jahre Madeleine Wehle und Dagmar Frederic, Walter Plathe mit Peter Bause, Marina Ringel, Friedrich Schönfelder, Lutz Jahoda, Rainer Süß, Peter Wieland oder Dénes Törzs.

Unter dem Dirigat von Musikdirektor Manfred Rosenberg, später unter Heinz Walter Florin und in den letzten Jahren unter Leitung von Robert Reimer aus Luxemburg ist von der ersten Festspielstunde an das Deutsche Filmorchester aus Potsdam-Babelsberg unser musikalischer Begleiter.

Bühne mit Feuerwerk


Alenka Genzel und Frank Matthias


Ensemble




Björn und Celestina Casapietra


tina Tandler und Yma Amerika


Ks. Renate Holm


Angelika Weiz


Heinz Walter Florin